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Einsteins Tagebuch

Moin, Moin!

Ich heiße Einstein und möchte mich hier mal zu Wort melden!

In den nächsten Ausgaben werde ich daher mein geheimes Tagebuch für den geneigten Leser öffnen.

Zuerst einmal möchte ich mich aber vorstellen: Wie schon eingangs erwähnt, mein Name ist Einstein. Mein Rudel erkannten gleich meine Intelligenz und wählten daher folgerichtig den Namen des großen Wissenschaftlers und Erfinders der Relativitätstheorie  -Albert Einstein- für mich! Ich bin ein Dackel-Spitzmix (natürlich sehr gut aussehend!), ca. 8 Jahre alt, fast immer gut drauf, außer wenn ich  Zahnschmerzen habe. Dazu aber die nächsten Male mehr.

Meine Hobbys sind: Katzen jagen; Vögel, Radfahrer und Briefträger verbellen; Besuch schon vor dem Klingeln durch Bellen anmelden und Handwerker (buh, ich hasse blaue Arbeitshosen mit Latz!) anknorren und soweit einschüchtern, das sich diese blauen Menschen nicht mehr in mein schönes Heim trauen! Außerdem bin ich gerne in der freien Natur, besonders gerne am Strand, treffe gerne andere Hunde-Kumpels und auch die Hundeschule fand ich gar nicht schlecht.

Eine glückliche Fügung oder ein Wink von oben (?) brachte mich zu meinem Rudel. Nach 7 Jahren Pech und einem kurzen Aufenthalt im Tierheim, in dem man mich wieder salonfähig machte und mir ein paar Gammelzähne zog, hatte ich nun endlich Glück! Naja, aber mal ehrlich, mein Rudel soll mal genauso glücklich sein, einen so tollen Hund wie mich ihr „Eigen“ nennen zu dürfen! Denn ich bin nicht irgendwer – ich bin Einstein!

Ein freundliches WUFF an alle Leser - Einstein

 

Mein geheimes Tagebuch März 2004

Wuff – geschafft, raus aus dem Tierheim. Meine neuen Menschen (ich hoffe, ich habe dieses Mal mehr Glück!) scheinen doch ganz o.K. zu sein. Sie wollen mich auf dem Rücksitz ihres Autos mitnehmen, eine Decke liegt bereit. Das ist mir aber nicht geheuer, ich lege mich auf den Fußboden, da fühle ich mich sicherer. Mein neues Frauchen redet beruhigend auf mich ein, die hat wohl Angst, dass ich ins Auto spucke. Aber ich bin ja  -meist-  ein wohl erzogener Hund, so etwas tue ich nicht! In meinem neuen Zuhause angekommen, darf ich alles beschnüffeln, nur in die Küche darf ich nicht rein. Aha, da riecht es nach anderen Haustieren. Dem Duft nach zu urteilen, könnten das Meerschweinchen sein. Da bräuchten meine neuen Menschen keine Angst zu haben, ich jage nur gerne was sich schnell bewegt, wie z.B. Katzen!!! Meine neue Umgebung gefällt mir gut, lauter neue Eindrücke, da bekomme ich im Moment keinen Bissen runter. Nach einigen Stunden scheinen sich meine Menschen jetzt bettfertig zu machen. Schön, dann gehe ich hier mal die Bude richtig untersuchen, d.h. erstmal tue ich so, als wenn ich auch schlafe.

Meine neuen Menschen schlafen nun tief und fest, jetzt macht sich auch mein knurrender Magen bemerkbar. Da liegen ja Kekse auf dem Wohnzimmertisch, jippie! Nichts wie rauf auf den Tisch und die Packung leer gemacht. Ist nicht gut für die Zähne, aber was soll’s, so etwas Gutes bekomme ich bestimmt nicht bald wieder. So gefällt mir mein neues Heim! Ich hoffe nur, das es am nächsten Tag keinen Ärger gibt wegen der Krümel auf Sofa und Tisch???

 

 

Mein geheimes Tagebuch – April 2004

 

Endlich habe ich auch mal Glück gehabt, meine Zweibeiner lieben mich und ich liebe sie!

So konnte ich auch gleich ein wenig Trost spenden, als ein „Familienmitglied“ starb. Billi, eines der Meerschweindamen, ist aufgrund ihres Alters gestorben. Gerade hatte ich mich an die zwei fiepsenden, gurkenfressenden Fellknäuele gewöhnt. Sehr bald hatten meine Menschen gemerkt, das ich keinen Appetit auf Meerschwein habe, sondern die Zwei als Familienmitglieder ansehe. Manchmal haben wir zu dritt Meerschweinchenfutter gefressen - gar nicht schlecht, das Zeug. Nun ja, alles hat seine Zeit und so haben wir Billi würdig an einem kleinen Weiher begraben. Das ich mich nun um die verbliebene Meerschweindame Luna kümmere, versteht sich von selbst.

Aber es gibt auch noch lustige Dinge zu berichten, zumindest für mich. (Für meine Leute ??? - weiß ich nicht) Mit Vorliebe gehen wir auch zu dieser Jahreszeit an den Strand, spielen Ball und ich schnüffel den Geruch der weiten Welt ein. Besonders angegammelte Algen, Schiffsabfälle und altes Holz haben es mir angetan. Jedenfalls war es ein kalter Tag, mit einer steifen Brise. Geht da nicht so ein wahnsinniger Zweibeiner (verstehe einer die Menschen!) baden? Das Wasser kann ja wohl allenfalls gefühlte zwei Grad haben. An Land wartet das Weibchen des Zweibeiners mit dicker Jacke und Handtuch. Auf einem Stapel liegen die Sachen des Badenden. Mein Rudel trödelt mal wieder, ich bin schon bei den Sachen. Die riechen extrem interessant, da könnte ich eigentlich mal meine Duftmarke absetzen. Nur schade, ich glaube meine Blase ist schon leer. Hm, ich will gerade das Bein ansetzen, da fängt ein wildes Geschrei an. Mein Rudel schreit (ist wohl ärgerlich auf mich...), die Dame rudert mit den Armen und „beschützt“ die Sachen. Meine Menschen kommen mit ärgerlicher Miene auf mich zu. Auf die Frau mit einer ängstlichen. Das verstehe ich nicht?! Der Eisbader hat aber –zum Glück für mich- Humor. Er kommt aus dem Wasser, lacht und meint, ist doch gar nichts passiert. Ja, Männer müssen zusammen halten! Mein Rudel ist jetzt auch wieder entspannt und lacht, der Tag ist gerettet! So, den Rest des Monats will ich mich auch ganz ordentlich benehmen, Frauchen hat Geburtstag, da will ich ihr eine Freude mit machen!

Mein geheimes Tagebuch – Mai 2004

Ob das eine was mit dem anderen zu tun hat??? Da habe ich mal eine kleine Dummheit gemacht und dann sowas?! Aber der Reihe nach...

Es sollte ein gemütlicher Abendspaziergang am Strand werden.  Meine Menschen unterhielten sich angeregt und ich war froh, mich mal wieder ohne Leine austoben zu können. Am Wasser stand ein einsamer Angler – welch ein romantisches Bild. Und was für ein Duft aus dem Rucksack des Mannes strömte! Diesmal trödelte ich, meine Leute waren schon einige Meter vor mir. Da blieb mir quasi gar nichts anderes übrig, als diesem Duft nachzuschnuppern. Der Angler war vertieft mit dem Fischen, da konnte ich den Rucksack mal in Ruhe inspizieren. Heureka – gefunden! Zwei Wiener Würstchen in einer zugeknoteten Tüte.  Zum Glück hatte ich ja Zeit und konnte sie in aller Ruhe aufbeißen. Ich hatte gerade alles fein säuberlich ausgepackt und war dabei, das erste Würstchen zu verspeisen. Meine Menschen stellten nun doch fest, dass ich fehlte und erwischten mich in flagranti beim Mundraub. Sie entschuldigten sich bei dem Angler. Dieser war aber Hundefreund und überließ mir daher auch noch die zweite Wurst. Er hatte ja auch genug Fische in seinem Eimer, da konnte er auch ein paar Würstchen springen lassen. Naja, meine Menschen haben das wohl nicht so empfunden, jedenfalls gab es kurzfristig Ärger! Wer nun denkt, die Geschichte ist an dieser Stelle vorbei, der irrt!

Am nächsten Tag brachten mich meine Zweibeiner zum Tierarzt. Bisschen Vorsorge kann ja nicht schaden. Aber was war das??? Da pikst mir dieser Pferdedoktor doch eine Spritze in das Fell! Danach kann ich mich nur noch erinnern, das ich ganz schnell müde wurde und als ich aufwachte, fehlte mir was! An der besten Stelle eines Rüden hing nur noch ein leerer Beutel! HILFE!!!!! Meine Menschen holten mich ab und als Krönung durfte ich eine Woche auch noch ein Höschen tragen. Zum Glück nur im Haus, ansonsten wäre ich bei allen Hundekumpeln in der Gegend zum Gespött geworden und bei den Ladys hätte ich auch keine Chance mehr gehabt. Trotz dieser blöden Hose schaffte ich es, mir vor Ablauf der sieben Tage die Fäden selbst zu ziehen, noch mal würde ich diesen vermeintlichen Doktor da bestimmt nicht ran lassen.

Also, ob das eine nun mit dem anderen zusammen hing, kann ich heute noch immer nicht mit Sicherheit sagen. Meine Leute meinen jedenfalls festgestellt zu haben, dass ich nun ruhiger wäre und nicht mehr so dominant. Die werden sich noch umschauen, ich bin im Moment nur geschockt!

Mein geheimes Tagebuch – Juni 2004

Ich wurde eingeschult…, zum Lernen ist man ja nie zu alt, sagen zumindest meine Lehrerin und meine Menschen. Zugegeben, ein wenig enttäuscht war ich, die obligatorische Zuckertüte gab es nicht. Aber anstatt Noten gibt es hier in der Hundeschule für jede gute Leistung Leckerlis, auch nicht zu verachten! Besonders Spaß machen mir der Hundeparcour und die Leckerlis. „Bei Fuß“ laufen ist eher lästig, da komme ich gar nicht mehr zum Schnüffeln. Und mal ehrlich, Schlüssel apportieren, das ist ja wohl wirklich nichts, ich bin doch kein Labrador! Ein Schulfach, das ich gar nicht mag, heißt „Alleine bleiben“. Ich bin ein Rudeltier und gehöre zu meinem Rudel, nur mein Rudel hat das anscheinend noch nicht so verstanden.

Vor ein paar Tagen war es mal wieder soweit, mein Rudel lässt mich alleine in der Wohnung zurück. Draußen das schönste Wetter. Und ich hänge hier alleine in der Bude rum. So nicht! Bisher hat noch keiner bemerkt, dass ich alle Türen aufbekomme, ich bin ein sportlicher Hund, das ist für mich kein Problem. Also Tür Nummer eins, ich bin im Flur, Tür Nummer zwei, ich bin aus der Wohnung, die große Tür werde ich auch noch schaffen. Meinem Rudel hinterher und außerdem lockt die Sonne. Geschafft, aber irgendwie ist mein Rudel weg, gut, genieße ich wenigstens das schöne Wetter, vielleicht trifft man ja noch ein paar nette Hundekumpel.
Doch vorbei mit der kleinen Spritztour, ein Nachbar entdeckt mich und will mich zurückbringen. Er bemerkt sehr schnell, dass meine Menschen nicht da sind, dafür aber die Tür offen steht. Er sucht meine Leine, zieht die Tür zu und geht mit mir und seiner Familie spazieren und Kaffee trinken, auch nicht schlecht. Und das Beste ist, jetzt bekommt mein Rudel gleich mal eine Lektion. Die Beiden kommen nach Hause, Einstein weg, wollen mal sehen, ob die sich auch Gedanken machen!

Im Nachhinein tat es mir ganz schön leid, was ich da gemacht hatte. Meine Menschen waren außer sich vor Sorge, außerdem hätte man unser Heim komplett ausräumen können, weil die Tür offen war, bis der nette Nachbar kam. Nachher hätte sich noch ein Dieb an Hundekeksen und meinem Korb vergriffen!!!
Das Ende der Geschichte: alleine bleiben muss ich noch immer, dafür schließen meine Menschen jetzt immer die Tür doppelt zu. Mist, vorbei sind die Alleingänge!

 

Mein geheimes Tagebuch – Sommer 2004

 

Sommer an der Ostsee, was gibt es Schöneres! Am Strand gibt es vieleHundekumpel, mit denen man ausgiebig spielen kann. Mein Rudel kann ich auch hervorragend  ärgern, einfach schön im Sand scharren und das ganze Badetuch, einschließlich Mensch, ist voll mit Sand bedeckt. Außerdem lauern überall kulinarische Köstlichkeiten, wie zum Beispiel: Brötchen mit Wurst oder Käse, Bratwurst mit Brot, frischer selbstgebackener Hefekuchen und Eis! Einmal hatte ich schon fast ein Stückchen Butterkuchen ergattert, aber im letzten Moment kamen doch noch meine Menschen an! Darauf folgte natürlich sofort die Rache, ein kleiner, effektiver Urinspritzer auf die Strandmuschel und zack, gab es eine Hundeversammlung an der Muschel. Schade, dieses gut duftende Teil wurde einfach in den Müll befördert. Warum nur???

Aber es gibt nicht nur Sonnenschein im Leben, sondern auch Schattenseiten, trotz des schönen Sommers. Seit einigen Tagen rumort und puckert es an einem meiner Zähne und meine Menschen merken es einfach nicht. Was soll ich denn noch machen? Ich verweigere das Hartfutter, weil ich das wirklich nicht mehr beißen kann, lege mich ständig schlafen, weil ich vor Schmerzen platzen könnte, aber die merken es einfach nicht!
Bah, der Schmerz ist jetzt wirklich nicht mehr auszuhalten, nun fängt
der vergammelte Zahn endlich an furchtbar zu stinken. Ich komme meinem Frauchen immer näher, sie begreift es nicht! Anstatt etwas zu unternehmen, verzieht sie ihr Gesicht, teilt mir mit, dass ich fürchterlich stinke (das weiß ich selbst!!!) und meint zu mir, ich soll nicht so viel angegammelte Sachen fressen. Was soll ich denn noch tun?!? Mir tut langsam die ganze Schnauze weh und es riecht echt erbärmlich. Jetzt muss ich leider penetrant werden, dass hier endlich mal was passiert! Gleich morgens gehe ich zu meinen Menschen an das Bett und hauche beide kräftig an. Von der Vereiterung sind auch schon die Mandeln angeschwollen und meine Menschen merken das jetzt endlich und fahren mich zum Tierarzt. Obwohl ich zu diesem Zweibeiner kein gutes Verhältnis habe (die Vorgeschichte ist ja bekannt…), ist mir im Moment alles egal. Ich lasse mir relativ willenlos eine Betäubungsspritze geben.
Ich wache auf… . Dieser furchtbare Schmerz ist weg, lediglich einen kleinen Wundschmerz spüre ich noch. Ich bekomme jetzt eine Woche Weichfutter (lecker!) und Tabletten, dass alles schneller verheilt.
Nach einer Woche bin ich wieder obenauf und sehe strahlend schön aus, denn, das habe ich ja noch gar nicht erwähnt, der Arzt hat mir sogar meinen Zahnstein entfernt. Nun sehe ich aus wie ein Star!
Euer Einstein

Mein geheimes Tagebuch – Herbst/ Winter 2004 - Teil 1

Ende August fing der Stress an, meine Menschen fuhren ständig zu einem älteren Haus, ganz in der Nähe unseres bisherigen Baus. Es wurde verhandelt und gemessen, am Anfang war es ja noch spannend, zumal auch ein Hund in diesem Haus lebte. Je mehr Blätter von den Bäumen fielen, desto größer wurde der Stress. Irgendwann hatte ich es verstanden, ab sofort war ich Hausbesitzer und konnte endlich wieder einem geordnetem Job, als Haus- und Grundstücksbeschützer, nachgehen. Auch durfte ich standesgemäß, ich bin ja zum Teil ein Spitz, endlich wieder als lebendige Klingel „funktionieren“, in einer Etagenwohnung waren die Nachbarn vorher nicht davon zu begeistern.

Mein Rudel war gerade mit der Sanierung und Renovierung beschäftigt, als die verbliebene Meerschweindame „Luna“ starb. Wir waren alle ziemlich traurig, allerdings konnten wir sie schon auf dem neuen Grundstück beerdigen, was uns ein wenig versöhnlich stimmte. Bald wäre ich Luna gefolgt und hätte, statt meines irdischen Daseins, eine Fahrt ohne Wiederkehr in den Hundehimmel gemacht! Und auch wenn ich es wirklich nicht gerne sage, ich habe einen riesigen Mist gebaut… . Mein Frauchen ist auf Arbeit, ich bin mit dem Rudelführer alleine in dem Haus, wir warten auf Lieferanten für Baustoffe. Es ist soweit der Laster hält, ich bleibe alleine im Haus zurück. So funktioniert das aber nicht!!! Mein Herrchen kann es kaum fassen, ich bekomme sogar die massive Hauseingangstür geöffnet. Das Haus liegt an einer Bundesstrasse und da wollen wir doch mal schauen, ob man von den Autofahrern einen kleinen Wegezoll erhält. Es klappt, das Auto stoppt, mein Chef ist ärgerlich. Ok, komme ich halt zurück. Es geht nun alles Schlag auf Schlag, der Elektriker kommt. Alle sind abgelenkt, nun werden wir das noch mal probieren. Nur leider funktioniert es nun gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Blechvehikel schafft die Bremsung nicht und ich werde überfahren! Obwohl total unter Schock, rolle ich mich zusammen wie ein Igel und überlebe diese Sache, wenn auch mit einigen blauen Flecken und Prellungen, weil ich zum Glück kein großer Hund bin. Das Auto kommt zum Stehen, der Fahrer steigt aus, meinem Rudelführer bleibt die Spucke im Halse stecken, ich bin unter Schock, also renne ich einfach weg. Mit leichten Schmerzen schaffe ich es geistesgegenwärtig weg von der Straße, rein in das Dorf. Die Laubenpieper haben ihre Parzellen bereits verlassen. Hier muss ich mich nun erstmal ausruhen und von dem furchtbaren Schock erholen. Was meine Menschen gerade durchmachen, daran denke ich leider im Moment gar nicht…

Wie die Geschichte weiter geht und wie ich Freundschaft mit einem „Teufel“ schloss, erfahren meine geneigten Leser in Teil 2! - Euer Einstein

Mein geheimes Tagebuch – Herbst/ Winter 2004 - Teil 2

Rückblende: Ich wurde von einem Auto angefahren, lief unter Schock einfach weg und hier geht die Geschichte nun weiter.

So, ich muss mir erstmal ein Versteck suchen, um das gerade Erlebte in Ruhe zu verarbeiten. Ich schlage mich in die Büsche und ziehe Resümee, zumindest scheine ich nicht weiter verletzt zu sein, aber ich bemerke schon jetzt, wie an einigen Stellen mein kleiner Körper anschwillt. Nach einigen Stunden traue ich mich aus meinem Versteck heraus und weiß nun nicht weiter. Nach Hause kann ich nicht, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mein Rudel mich noch möchte.

Der Schock ist gewichen, langsam bekomme ich Hunger und Durst.  Auf einmal kommt ein großer, schwarzer Schäferhund auf mich zu. Nicht auch noch das!!! Bisher hatte ich immer nur Stress mit dieser Rasse. Aber dieser Hundekumpel wird seinem Namen überhaupt nicht gerecht, er heißt „Teufel“ (wohl wegen seines schwarzen Fellkleides), dabei sollte er „Engel“ heißen, weil er sich meiner annimmt. Zwischenzeitlich hatte mein Frauchen Tierheime und Tierarzt, Hundeschule und ehemalige Nachbarn angerufen. Mein Rudelführer war auf Frauchens Geheiß die komplette Strasse abgelaufen, hatte in alle Gräben geschaut und nachdem er mich dort leider nicht gefunden hatte, dann alle Nachbarn im Dorf angesprochen, ob sie einen Dackel-Spitzmix gesehen hätten. Mich hatte natürlich keiner gesehen, weil ich mich ja versteckt hatte, so dass mein Rudel schon das Schlimmste befürchtete. An dieser Stelle seien auch die lieben Kolleginnen vom Maxi-Kolbe erwähnt, die mein Frauchen den ganzen Tag über trösten mussten.

Gegen Abend wurde nun auch das Frauchen von „Teufel“ auf mich aufmerksam, sie kannte mich ja noch nicht, weil wir „Neudörfler“ waren. Sie ging dann zu meinem Rudelführer und erzählte ihm, dass wohl der Einstein bei ihr rum läuft. Als ich meinen Rudelführer sah, ging ich ganz vorsichtig mit eingezogenem Schwanz und angelegten Ohren auf ihn zu. Mir war ja selbst klar, dass ich da totalen Mist gebaut hatte. Aber mein Chef war überhaupt nicht sauer, sondern knuddelte mich und mein Frauchen flippte aus vor Freude! Am nächsten Tag bekam ich vom Tierarzt eine schmerzstillende Spritze und noch Tabletten für eine Woche, bis die Schwellungen abgeklungen waren. Die nächsten Tage wurde ich schön verhätschelt, aber trotzdem habe ich nicht vor, so etwas noch einmal zu probieren. Jedenfalls hofft das mein Rudel…Einstein

 

Mein geheimes Tagebuch – 2005

 

Ich bin ein wenig schreibfaul geworden, da ich nun kein Etagen-Wohnungshund mehr bin, sondern ein Haus- und Hofhund mit einem großen Garten!

Seit Mai des Jahres habe ich einen richtigen Job, denn mein Frauchen bekam von ihrem Mann einen Zaun zum Geburtstag geschenkt, was sie gar nicht witzig fand, so wurde es mein Geburtstagsgeschenk und Frauchen bekam halt etwas, was Frauen lieben… . Seit der Zaun steht, bin ich quasi Vollzeit im Wachdienst beschäftigt. Hier laufen ständig Unbefugte an meinem Grundstück vorbei, die es zu verbellen gilt. Zu den von mir am meisten gehassten Exemplaren zählen Radfahrer und Rettungswagen. Und besonders im Sommer sollte ich mit meinem Rudel mal über eine Überstundenvergütung sprechen.

Aber natürlich gehe ich auch noch immer im Dorf Gassi, es muss ja geschaut werden, was die anderen Hundekumpel so machen. Bei fast jedem Spaziergang besuche ich „Teufel“ (meinen Retter) und wir pinkeln erstmal eine viertel Stunde um die Wette. Vor kurzem wollte Frauchen ganz unauffällig und schnell weg von dort, dabei machte es gerade solchen Spaß! An „Teufels“ Grundstück parkte ein Laubenpieper mit seinem neuen Golf und hatte bereits einen großen, voll gestopften Müllsack mit Laub gegen das neue Auto gelehnt. So ein angelehnter Müllsack eignet sich natürlich hervorragend, um dort mit „Teufel“ Duftmarken abzusetzen. Ich, als kleiner anständiger Hund, habe nur einen ganz feinen, kaum zu sehenden Spritzer an den Müllsack abgegeben. Da „Teufel“ aber ein großer Schäferhund ist, hat er natürlich mehr anzubieten, der Angeber! Er hat den ganzen Sack vollgepieselt und zum Glück erst einen Moment später kommt der Gartenfreund. Er lädt gutgelaunt seinen Laubsack in den Kofferraum und mein Frauchen bekommt das Rennen. Warum nun das wieder???

Auch als ich an Frauchens geflochtenem Wäschekorb meine Duftmarke absetzen möchte, kann sie sich nicht dafür begeistern, ich bekomme Ärger und der Korb wird mit Chemikalien eingepüstert und abgeduscht. Puh – das Teil stinkt jetzt, da ist mir jede Ambition vergangen, mich hier noch mal zu bemühen.

Aber nun kommt der Winter und ich liebe es im weißen Schnee gelbe Spuren zu hinterlassen.

Einstein

 

Mein geheimes Tagebuch – 2006

 

Und wieder ist fast ein Jahr vorbei, Zeit wenigstens zum Ende des Jahres Revue passieren zu lassen.

Als einschneidendes Erlebnis blieb bei mir besonders die Dusche haften. Pfui Spinne, wie furchtbar! Ich hasse Wasser, außer zum Saufen und maximal mit den Pfoten in die Ostsee; kann ich ansonsten mit diesem Element überhaupt nichts anfangen. Selbst bei der größten Hitze in diesem Supersommer bin ich höchstens bis zum Bauchansatz in das Nass gelaufen, aber auch nur, weil mein Frauchen einen Ball oder Plastikknochen hinein geworfen hatte.

Auch wenn es stark regnet, kann ich eine wahnsinnig trainierte Blase haben, Frauchen hätte auch gerne so eine Kontinenz, sagt sie dann in solchen Situationen immer wieder. Einmal schütte es so heftig, dass ich unter einem Baum stehen bleiben wollte, nur mein Frauchen wollte weiter. Ich wurde einfach gezogen, nachher war ich nass wie eine Katze, obwohl mein Rudelführer uns zum Glück irgendwann mit dem Auto entgegen kam.

Für Regen kann ja bekanntlich weder Hund noch Mensch etwas, aber unfreiwillig zu duschen ist echt das Allerletzte. Gerade hatte ich mich am Strand in wunderbares Deo gehüllt: Marke angegammelte Scholle. Einfach toll!!! Sogar ein paar Schuppen hatte ich noch im Fell, aber meine Menschen fanden das leider gar nicht toll. Geruchstechnisch haben mein Rudel und ich da einen ganz anderen Geschmack… .  Ich fand mich jedenfalls unter der Dusche wieder, wurde mit einem furchtbar stinkenden Zeug eingeseift und dann wurde das Ganze wieder mit ganz viel Wasser runter geholt. Noch heute steht mir das Fell zu Berge, wenn ich daran nur denke!!! Beleidigt zog ich mich sofort auf meine Kuscheldecke im Schlafzimmer an der Heizung zurück, um wenigstens schnell zu trocknen.

Nun hoffe ich, dass es bald Schnee gibt, damit dass mit dem Regen erstmal wieder ein Ende hat.

Einstein

Nachruf: Im September diesen Jahres verstarb mein Retter, Engel und Freund „Teufel“. Er wurde überfahren. Ich trauere sehr um meinen Freund, er war ein toller Kumpel, ich werde ihn nie vergessen!

 

Mein geheimes Tagebuch – Weihnachten 2006

 

Die Weihnachtszeit wurde bei uns diesmal durch einen Urlaub eingeläutet, der mich und mein Rudel in das Vogtland und nach Dresden führte. An die vogtländischen Weihnachtsmärkte denke ich mit allerbester Erinnerung zurück, so viele kulinarische Köstlichkeiten, die achtlos auf dem Pflaster herum lagen, fanden sofort den Weg in meinen Magen. In Dresden musste ich leider im Auto warten, weil meine Menschen meinten, zuviel Trubel dort, aber bei Spaziergängen in der Stadt nutzte ich die weihnachtliche Stimmung der Zweibeiner, um hier und dort mit meinem treuen Dackel-Spitzmix – Blick, diverse Kleinigkeiten abzustauben.

Zuhause angekommen war Schluss mit den Leckereien. Provozierend standen die Kekse auf dem Tisch und mir blieb nichts, außer dem Geruch. Aber meine Chance würde schon kommen, da war ich mir ganz sicher!!! Am 23.12. abends war es dann soweit! Mein Rudel ging schlafen und ich verputzte in aller Ruhe Schoko-Butterkekse, die hervorragend mundeten. Auch lagen noch Pflasterstein-Lebkuchen auf dem Teller. Zwei ließ ich anstandshalber zurück, die restlichen vier waren selbst mir zuviel. Zwei konnte ich noch verdrücken, dann war aber definitiv Schluss. Also bunkern für schlechte Zeiten….  Nach dieser „Selbstbescherung“ schlief ich tief und fest ein. Morgens wunderte sich mein Frauchen nur über meinen gestiegenen Durst. Zu Heiligabend bekam ich sogar ein extra Leckerchen, Gott sei Dank, bevor meine Menschen den Mundraub bemerkten! Dann aber sahen sie das verschmutzte Sofa und es war erstmal aus mit der Weihnachtsstimmung. Aber das Schlimmste kommt ja noch. Meine versteckten Schätze (die zwei Pflasterstein-Lebkuchen) wurden entdeckt. Der Erste am 2. Weihnachtsfeiertag und der zweite Pflasterstein am 04. Januar des neuen Jahres. Ob das ein guter Jahresanfang ist, wage ich zu bezweifeln… ! Dabei war das Lebkuchenstück schon richtig schön weich, weil eingespeichelt und es roch auch noch leckerer für meine sensible Hundenase als direkt zu Weihnachten. Nun ja, ein wenig Diät kann nach der ganzen Völlerei auch nicht schaden.

Einstein

PS. Mit dem zehnten Einblick in mein geheimes Tagebuch möchte ich mich erstmal verabschieden, mal schauen, was die Zukunft so bringt. 

 

 

Am 27.06.2014 bin ich über die Regenbogenbrücke gegangen. Ich hatte tolle Jahre mit meiner Familie und ich glaube auch fest zu wissen, das es meinen Menschen genauso ging. Seit Mitte letzten Jahres war das Leben für mich anstrengend geworden, das Alter hatte zugeschlagen. Ich bekam die beste Pflege, die man sich als Fellnase so vorstellen kann. Ich denke meine Menschen haben die Dankbarkeit gespürt. Zum Schluss haben sie für mich die richtige Entscheidung getroffen und mir über die Brücke geholfen. Ich bin auf Frauchens Beinen im Wohnzimmer ruhig eingeschlafen, nachdem mir der Doc eine kleine Spritze verpasst hatte. Frauchen hat mir die ganze Zeit das Köpfchen gestreichelt und hat versucht für mich stark zu bleiben. Dabei sollen meine Menschen nicht mehr traurig sein. Ich liege jetzt an meinem Lieblingsplatz und schaue meinen Leuten aus dem Hundehimmel zu. Ich habe meinen Kumpel Teufel wieder getroffen, wir pinkeln wie in alten Zeiten um die Wette. Was will Hund mehr? Natürlich werde ich aber immer in Gedanken bei meinen Menschen sein!